Do 7. Okt 2010, 13:20:03
Antizyklone über Nordrussland- Mitteleuropa mittendrin.
Einen angenehmen Mittag bzw. Nachmittag allerseits,
die aktuelle Entwicklung über dem östlichen Atlantik entspricht der Definition einer " rapid cyclogenesis". Weitere Beschreibungen von User Henning ( Paderborn), wo er vorwiegend auf diesen Vorgang eingeht, sind in einem separaten Thread von ihm aufzufinden.
Nunmehr weist die Sturmzyklone über den nordatlantischen Gewässern einen Kerndruck von ca. 960 hPa auf ( 12 z) und sollte sich weiter vertiefen. Zu erwarten ist ein minimaler Wert von ungefähr 950 hPa. Als Antagonist steht der Sturmzyklone weiterhin dass nordrussische Hochdruckgebiet mit 1035 hPa entgegen. Nach Adam Riese hätten wir somit einen Gradienten von 85 hPa.
Auch der eindrucksvolle dry slot in der Sturmzyklone ist erkennbar.

Eine markante Entwicklung- u.a gefördert durch die Lage unterhalb des linken Auszuges des Polarfrontjetstreams. Definitionen dazu findet ihr in einer gestrigen Analyse... möchte Sie nicht nochmals erwähnen.
Tiefer Luftdruck über Westeuropa ist generell Auslöser von Warmluftadvektion in unsere Breiten, die in den vergangenen Tagen in Zusammenspiel mit dem Hochdruckgebiet stattgefunden hat -> goldener Oktober.
Wie seit einigen Tagen jedoch festzustellen ist, verändert sich das Strömungsmuster in den nächsten Tagen recht entscheidend. Über dem skandinavischen Raum kommt es zur Genese eines weiteren Hochdruckgebietes. Jener Prozess bewirkt, dass es zu einer Zonalisierung der Strömung an der Südflanke kommt. Bekanntlich liegt Mitteleuropa an der Südflanke... folglich entsteht eine östliche Strömung, da sich Hochdruckgebiete infolge der Coriolis-Kraft im Uhrzeigersinn drehen. Nicht der Fall ist dies auf der südlichen Erdhälfte.
Diese Lageänderung bewirkt, wie erwähnt, eine Änderung der Strömungsmuster und damit auch der Temperaturwerte in Mitteleuropa... trockenkalte Luftmassen werden advehiert.... Strahlungsfröste werden auftreten.... auch in tiefen Lagen.
Gegebenenfalls sollten div. Blumen also allmählich in das Haus geholt werden.. in den nächsten Tagen... wer nichts riskieren möchte. Gerade im Winterhalbjahr ist Hochdruckeinfluss kein garant für flächendeckend sonniges Wetter mehr.
Man sollte nicht verwundert sein, wenn sich lokal den ganzen Tag über Hochnebel halten kann.... bei einer derartigen Großwetterlage nicht verwunderlich.
Nach wie vor gilt übrigens: Tiefdruckeinfluss oder gar Herbststürme sind außer Sichtweite... es bleibt eher ruhig... und kühl.
lg,
ST